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Sandcichliden von Georg ZurloSchillernde Schönheiten aus dem Tanganjikasee Text und Fotos: Georg Zurlo Buntbarsche aus dem Tanganjikasee sind nicht mehr so sehr in Mode, wie dies über eine Reihe von Jahren hinweg der Fall war. Aber das ist bestimmt nicht etwas, das man bedauern müsste. Im Gegenteil, wie das mit Mode oft so ist, wenn sie vorüber ist, hat man oft erst richtig Gelegenheit, sich mit einer Sache auseinander zu setzen, sich intensiv und in aller Ruhe mit ihr zu befassen. Und oft kommt man dann als Aquarianer auf Arten zurück, die zwar nicht die knalligsten Farben zeigen, aber durch ihre Anmut und interessantes Verhalten faszinieren. Unter den Cichliden, die durch die „Modeerscheinung Tanganjikasee” neu in unsere Aquarien kamen, waren die Sandcichliden eine ganz besonders interessante Gruppe. Diese Buntbarsche, die vor Jahren noch kaum importiert wurden und wenn, dann Fische für ausgesprochene Spezialisten waren, sind inzwischen deutlich einfacher in der Haltung geworden. Aquarianer mit etwas Erfahrung, mit guter Beobachtungsgabe und mit Fingerspitzengefühl können diese prachtvoll, wenn auch nicht knallig bunt gefärbten Buntbarsche auch dann pflegen, wenn sie sonst mit Cichliden noch nicht viel Erfahrung haben. Die Ansprüche, die diese Fische stellen, sind nicht übermäßig groß, sollten aber umso ernster genommen werden. Das Aquarium für Sandcichliden In einem Aquarium von mindestens 1 Meter Länge und 50 cm Tiefe (die Höhe ist weniger wichtig) lassen sich bis zu etwa 10 Sandcichliden (von einer oder zwei Arten) pflegen. Bei größeren Aquarien kann die Zahl höher sein, z.B. bei 150 cm Länge bis zu insgesamt zwanzig Tiere von 3 Arten. Wegen der manchmal recht großen Scheu der Fische ist es immer empfehlenswert sich für ein möglichst großes Aquarium zu entscheiden, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Die Einrichtung kann dabei für alle Arten im Grunde gleich sein. Als Bodengrund benötigen die Sandcichliden eine Bodenschicht (wenigstens 8 cm) aus sehr feinem
Sand, den die Fische fast ständig auf der Suche nach Freßbarem durchkauen. Seitenwände und Rückwand sollten mit Steinaufbauten oder großen Steinplatten zugebaut werden. Bestimmte Arten der Sandcichliden halten sich trotz ihres Namens sehr gern zwischen oder direkt vor solchen Steinaufbauten auf. Bei den anderen Arten, die die freien Sandflächen stark bevorzugen, ergibt sich auf diese Weise eine hübsche Hintergrunddekoration. Pflanzen können in das Aquarium eingebracht werden, sind aber nicht notwendig. Holz darf zur Dekoration nicht verwandt werden, da es das Wasser meist ansäuert. Es ist sehr wichtig, für einen ph-Wert von mehr als 7,5 zu sorgen, also alkalisches Wasser zu verwenden, da das dem Wasser des Tanganjikasees entspricht. Die Temperatur sollte zwischen 25 und 29 °C liegen, die Härte mindestens 10, besser 15 °dGh oder mehr betragen. Eine gute Filterung, leichte Strömung und regelmäßige Wasserwechsel komplettieren die Wasserpflege. Unter diesen Bedingungen lassen sich praktisch alle Sandcichliden des Tanganjikasee problemlos pflegen, zur Zucht stellen viele noch zusätzliche Bedingungen an den Aquarianer. Verschiedene Gruppen Die verschiedenen Arten von Sandcichliden unterscheiden sich zumindest in zweierlei Hinsicht voneinander: in ihrem bevorzugten Aufenthaltsort und in ihrer Fortpflanzung. Einige Arten von Sandcichliden leben besonders stark bodenorientiert, halten sich also überwiegend auf den freien Sandflächen auf. Sie steigen nur im Ausnahmefall ins freie Wasser auf und nur im Fall der Flucht suchen sie für längere Zeit die Nähe von Gesteinsaufbauten. Hierzu gehören ein paar sehr attraktive Arten oder Varianten wie Xenotilapia sp. „ndole", Enantiopus melanogenys, oder in neuester Zeit eine Standortvariante dieser Art, E. melanogenys „kilesa". Standort- und Farbvarianten sind bei den Sandcichliden, wie bei vielen anderen Tanganjikasee-Cichliden, eine recht häufige Erscheinung. Sandcichliden im weiteren Sinne Oft werden auch einige weitere Arten zu den Sandcichliden gezählt, die nicht unmittelbar zur nahen Verwandschaft der Gattung Xenotilapia zählen. Microdontochromis-Arten, es gibt zwei davon: M. tenuidentatus und M. rotundiventralis, sind äußerst seltene Erscheinungen in unseren Aquarien. Sie sind mit nur etwa 6 cm Länge nicht besonders robuste Fische, die man am besten in einem Artaquarium hält. Callochromis sind ganz anders. Callochromis-Arten sind dagegen durchaus attraktiv in ihrem äußeren, unterscheiden sich aber von allen anderen Sandcichliden durch ihr eher ruppiges Verhalten. In ihrer Umgangsweise miteinander und auch mit anderen Fischen sind sie mit den aufwuchsfressenden Maulbrütern aus dem Felsbiotop des Tanganjikasees vergleichbar, also mit Tropheus- oder Simochromis-Arten. Entsprechend sollten Arten wie C. melanostigma am besten auch nur mit solchen robusten Buntbarschen zusammen gepflegt werden. Callochromis pleurospilus eignet sich wegen seiner geringeren Größe aber auch als eine Art in einem Tanganjikasee-Gesellschaftsaquarium. Unterschiedliche Fortpflanzungsweisen Alle Sandcichliden sind Maulbrüter, tragen also nach der Eiablage die Eier bis zum Schlüpfen und später die Larven und Jungfische bis zum Freischwimmen im Maul herum. Trotzdem unterscheiden sich zwei Gruppen in ihrer Fortpflanzung deutlich. Die sogenannten Koloniebrüter" leben agam, das heißt ohne feste Paarbindung. Männchen begründen ein Revier, bei Xenotilapia sp. „ ndole" etwa liegt in dessen Zentrum eine
Sandmulde mit ringsherum aufgehäuften Sandtürmchen. Dort hinein werden laichbereite Weibchen zum Ablaichen gelockt. Nach dem Laichakt wird die Maulbrutpflege, die mehrere Wochen dauern kann, von den Weibchen allein ausgeübt. Die Männchen erwarten in ihrem Laichkrater" weitere Weibchen, mit denen sie balzen und ablaichen können. Neben Xenotilapia sp. „ndole" gehören zu den agamen Maulbrütern auch Enantiopus und die wohl mit ca. 16 cm am größten werdenden X. sima. Auch die Callochromis-Arten, Cardiopharynx schoutedeni und Ectodus descampsi pflanzen sich auf diese Weise fort. Sie sind die Mühe wert Wer zum ersten Mal Sandcichliden (außer Callochromis) pflegt, sollte vorzugsweise die größeren, und damit auch etwas robusteren Arten wie X. sima und E. melanogenys „kilesa" halten. Auf eine Vergesellschaftung mit zu lebhaften oder zu fressgierigen anderen Buntbarsche oder mit nachtaktiven Welsen sollte man verzichten, gut eignen sich dagegen Kärpflingscichliden aus dem Tanganjikasee, die die oberen Wasserschichten beleben. Wer die wichtigsten Grundregeln bei der Pflege dieser Fische beachtet und sie sorgfältig beobachtet, wird bei der Haltung von Sandcichliden des Tanganjikasees an der Farbenpracht und dem lebhaften und abwechslungsreichen Verhalten der Tiere große Freude haben. Enantiopus melanogenys zeigt, wie die meisten Sandcichliden, bei der Balz seine prächtigsten Farben. Enantiopus melanogenys kilesa" hat auffällige gelbe Lippen. Xenotilapia. sp. ndole", Pärchen bei der Balz.Asprotilapia leptura ist eigentlich gar kein Sand-, sondern ein Felsencichlide. Callochromis-Arten, hier C. melanostigma, zeigen ein viel robusteres Verhalten als andere Sandcichliden. Xenotilapia flavipinnis gehört zu den Sandcichliden, die Paare bilden und gemeinsam Brutpflege betreiben. Xenotilapia papilio zählen zu den attraktivsten neuen Arten der letzten Jahre. Sie haben sich untereinander aber als sehr aggressiv erwiesen.
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TropheusDer Lebensraum von Tropheus sind die Fels- und Geröllküsten des Tanganjikasees, die viele Versteckmöglichkeiten aufweisen. Dabei reicht das Habitat von Gebieten mit sehr großen Felsblöcken bis zu solchen in denen nur Geröllhaufen mit relativ kleinem Gestein vorkommen. In jedem Fall bewohnen die Fische die oberen, sonnendurchfluteten Bereiche, da nur dort ein starker Algenbewuchs (Aufwuchs) auf den Steinen möglich ist. Mit ihrem speziell geformten Maul weiden die Buntbarsche diesen Aufwuchs von den Felsen ab. Die Pflanzenfresser können bis zu 15 Jahren alt werden. Daher ist auch bei der Aquarienhaltung darauf zu achten, dass überwiegend pflanzliche Nahrung gefüttert wird z.b. Spirulinaflocken. Tropheus dürfen auf keinen Fall mit roten Mückenlarven gefüttert werden, da diese den Verdauungstrakt der Fische verstopfen und zum Tode führen.
Verschiedene Bilder
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